Die Zukunft der Arbeitsplätze im Zeitalter der KI – Eine Betrachtung von Deutschland, Australien und den USA

Die Ausbreitung der Automatisierung, der künstlichen Intelligenz (KI) und anderer Technologien – beschleunigt durch die Covid-19-Pandemie – lässt erwarten, dass sich die Rolle des Menschen in der Wirtschaft drastisch verändern wird. Eine im März dieses Jahres veröffentlichte Studie von deutschen und australischen Forschern gibt eine Prognose zu der erwarteten Entwicklung der Arbeitsmarktsituation in Deutschland, Australien und den USA bis zum Jahr 2030. Dabei wurde nicht nur festgestellt, dass die digitale Transformation in allen drei Ländern in etwa gleich schnell voranschreitet, sondern auch, dass alle drei Länder vor ähnlichen Herausforderungen stehen, diesen Wandel gesellschaftsverträglich zu vollziehen.

Die größte Herausforderung dürfte in allen Ländern darin bestehen, die Qualifikationslücke auf dem Arbeitsmarkt zu schließen. Ohne optimierte Ausbildungs- und Umschulungsprogramme könnte diese Quote bis 2030 von 0,9 % auf 4,4 % in den USA und bis zu 3,7 % in Australien steigen. In Deutschland wird sich der Fachkräftemangel in der Digitalbranche, der die Wirtschaft bereits stark belastet, weiter verschärfen und voraussichtlich von einem Defizit von 0,5 % auf 4,1 % ansteigen.

Dies steht im Gegensatz zum Verlust von Arbeitsplätzen in der verarbeitenden Industrie aufgrund von Automatisierungsprozessen. Diese in der Studie als „Workforce Imbalances“ beschriebene Problematik wird das stark industrialisierte Deutschland mit dem Abbau von Vollzeitarbeitsplätzen im verarbeitenden Gewerbe sowie in der Metall- und Kunststoffindustrie hart treffen, was einen Abbau von rund 680.000 Vollzeitarbeitsplätzen nach sich ziehen wird. Um diesen Trend zu stoppen, fordert das Forschungsteam ein drastisches Umdenken in den Bereichen Bildung, Ausbildung und Umschulung, den Aufbau von Karriere- und Beschäftigungsplattformen, die Neugestaltung der sozialen Sicherheitsnetze sowie die Förderung von Innovationen und die Unterstützung von KMU´s.

Zur Studie

Zurück