EU-Digitalindex 2021

Der EU-Digitalindex 2021 kommt zu dem Ergebnis, dass alle EU-Mitgliedsstaaten Fortschritte beim Stand der Digitalisierung erzielen, diese jedoch durch den IT-Fachkräftemangel gebremst werden.

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Der „Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft“ (DESI) ist eine jährlich von der EU-Kommission veröffentlichte Untersuchung zum Stand der Digitalisierung, welche die Fortschritte der EU-Mitgliedstaaten anhand der vier Politikbereiche: „Humankapital“, „Konnektivität“, „Integration der Digitaltechnik“ und „Digitale öffentliche Dienste“ analysiert. Die am 12.11. vorgestellten Untersuchungsergebnisse, die Entwicklungen des ersten Jahrs der Corona-Pandemie abbilden, zeigen, dass obwohl insgesamt alle Mitgliedstaaten Fortschritte im digitalen Bereich erzielt haben, die Unterschiede beim Stand der Digitalisierung zwischen den Staaten (mit Bulgarien und Rumänien als Schlusslichter des DESI) und innerhalb der Länder zwischen städtischen und ländlichen Regionen, groß bleiben. Neben einem allgemeinen Fachkräftemangel – 55 % der befragten Unternehmen geben an, nicht genügend IT-Spezialisten zu finden– , belegt der Digitalindex auch, dass aufgrund der starken Unterrepräsentanz von Frauen in MINT-Fächern bei den digitalen Fachkompetenzen ein starkes geschlechterspezifisches Gefälle besteht. Ungarn belegt den 23. Rang des 27 Länder vergleichenden Indizes und schneidet bei der Breitbandanbindung (13,2 % der Leitungen gegenüber dem EU-Durchschnitt von 1,3 %) gut ab; hinsichtlich grundlegender digitaler Fähigkeiten, die in Ungarn nur 49 % der Bevölkerung aufweisen, bleibt Ungarn jedoch hinter dem EU-Durchschnitt von 56 % zurück.  Deutschland dagegen konnte sich vor allem bei der Integration der Digitaltechnik in den Unternehmen kaum verbessern; EU-weit stellen so z.B. nur 18 % aller mittelständischen Unternehmen elektronische Rechnungen aus. Trotz der Corona- Lockdowns wurde das E-Government in vielen Mitgliedstaaten nicht ausreichend ausgebaut, was dazu führt, dass die Zufriedenheit mit der digitalen Verwaltung auf ein neues Rekordtief gesunken ist.

Index für digitale Wirtschaft und Gesellschaft (PDF)

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