Deutscher Automobilzulieferer forscht im Entwicklungszentrum in Budapest an der Zukunft

Der deutsche Automobilzulieferer Continental richtet sich auf die Zukunft aus und präsentiert die Ergebnisse des autonomen Fahrens im Budapester Entwicklungszentrum.

  • © Continental Hungary
    Die Künstliche Intelligenz erfasst ihre Umwelt als ein Schema, in dem Fußgänger, Gebäude, Straßenschilder und Tiere semantisch getrennt sind.

Die Zukunft auf unseren Straßen ist autonom. Schon heute sind immer mehr Fahrzeuge mit zusätzlichen Sensoren ausgestattet. Bis Autos vollkommen selbstständig fahren, wird es allerdings noch einige Jahre dauern. Der deutsche Automobilzulieferer Continental ist eine von vielen Firmen, die auf dieses Ziel hinarbeiten. Anfang Juni lud sie die Wirtschaftsjunioren Ungarn (WJU) in ihr Budapester Entwicklungszentrum ein, um ihnen einige ihrer Forschungsbemühungen im Bereich des autonomen Fahrens vorzustellen.

Die Vision der selbstfahrenden Autos ist revolutionär. Sie könnten zum Beispiel durch effizientere Fahrwege die Umwelt schonen. Ältere oder behinderte Menschen wären mobiler und könnten aktiv an der Gesellschaft teilnehmen. Autofahrer könnten ihre Zeit zum Schlafen oder Arbeiten nutzen. Vor allem aber könnte die Zahl der Unfälle reduziert werden. Denn laut dem ADAC werden circa 90 Prozent aller Unfälle durch menschliches Versagen verursacht. Autonome Fahrzeuge wären in Millisekunden in der Lage, auszuweichen oder einen Bremsvorgang zu starten. So weit die Idealvorstellung. Doch bis die Fahrzeuge auf diesem Entwicklungsniveau angekommen sind, gibt es noch einen langen Prozess mit technischen Neuerungen und Testphasen.

Künstliche Intelligenz als Forschungskern

An diesem Prozess arbeitet auch Continental. Genau vor einen Jahr eröffnete der deutsche Automobilzulieferer in Budapest ein Zentrum für Künstliche Intelligenz (KI), der Kernkompetenz des autonomen Fahrens. Experten für Hard- und Software, darunter Hochschulabsolventen der Technischen Universität Budapest, sollen dort komplexe Systeme für die Fahrzeuge der Zukunft entwickeln. In dem Zentrum geht es vor allem darum, das maschinelle Lernen zu verbessern, was Künstliche Intelligenz maßgeblich ausmacht. Das sogenannte Deep Learning imitiert das neuronale Netzwerk des menschlichen Gehirns und lernt von selbst dazu, weil es Verbindungen als richtig erkennen und stärken kann. Jens Brüning ist der Leiter des Zentrums. Bei der WJU-Vorführung zeigte er, wie beim maschinellen Lernen geforscht wird. Dabei ging es um die Umweltwahrnehmung der Maschine und die Optimierung von Testdaten.

Doch zunächst ist autonom nicht gleich autonom. Allgemein unterscheidet man zwischen teil-, hoch- und vollautomatisierten Fahrzeugen, die in Levels von eins bis fünf eingeteilt werden (siehe Infobox). „Continental steht mit seiner Entwicklung momentan bei Level drei und möchte in den kommenden Jahren hoch automatisiertes Fahren erreichen“, so der Leiter der Realisierungsgruppe, Dr. Stefan Munder. Dafür brauche es eine höchst zuverlässige Künstliche Intelligenz. Maschinen können Sprache verstehen, Texte lesen und Bilder klassifizieren. Dafür werden sie mit Videos aus dem Straßenverkehr trainiert. So sollen sie immer genauer Situationen analysieren und darauf reagieren können. Die KI erfasst ihre Umwelt als ein Schema, in dem Fußgänger, Gebäude, Straßenschilder und Tiere semantisch getrennt sind.

(Quelle: Budapester Zeitung Heute, 23.06.2019)

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