Nov 24

DigiEvent: eHealth- Digitalisiert sich das Gesundheitswesen?

Das Verhältnis zwischen ArbeitgeberIn und ArbeitnehmerIn im 21. Jahrhundert durch die Brille der Gesundheitsversorgung.

Im Rahmen der Initiative „Netzwerk Digital“ organisierte Advantage Austria Magyarország in Kooperation mit der Corvinus Universität Budapest am 24. November eine virtuelle Veranstaltung zum Thema „Zukunft E-HEALTH - Digitalisiert sich das Gesundheitssystem?“.

In einer Online Konferenz zu diesem Thema diskutierten Top- Experten der Corvinus Universität, der Consultingfirma Roland Berger, Siemens, ELGA Österreich, Bosch und IFUA Consulting über den Aufstieg, die Chancen und Risiken der digitalen Gesundheitsversorgung.

Steht die plötzliche Zäsur im Gesundheitssystem bevor?

Seit mehr als 20 Jahren werden wissenschaftliche Forschungen über die Digitalisierung im Gesundheitswesen durchgeführt, die angekündigten Initiativen und Projekte im Gesundheitssektor wurden bislang jedoch nur teilweise durchgeführt. Womit hängt dies zusammen? Ist Digitalisierung wirklich die Zukunft für das Gesundheitswesen, ist die Einführung der Digitalisierung unvermeidbar oder nur eine Möglichkeit, die teilweise einsetzbar ist? Aktuelle Entwicklungen in den USA und China deuten jedoch darauf hin, dass der Umbruch im Gesundheitswesen nun tatsächlich bevorsteht.

Neben den Chancen im Gesundheitsmanagement, welche durch die Digitalisierung eröffnet werden, herrschen in der Politik, im Bereich der kritischen Infrastruktur, aber auch begründete Sorgen: einerseits die Gefahr vor Cyber-Angriffen und andererseits muss mit einheitlichen Richtlinien im Datenschutz die Privatsphäre der Patienten gewährleistet bleiben.

Das neue Verhältnis zum Patienten

Die totale Überwachung des Menschen, dieses Schreckensszenario, will man vor allem mit positiven Beispielen auch aus der Praxis entkräften: das Medical Center Budapest von BOSCH. Bei diesem gelungenen Projekt verpflichtete sich BOSCH gegenüber der Gesundheit seiner Mitarbeiter, bietet Vorsorgeuntersuchungen an und kümmert sich gemeinsam mit dem öffentlichen Gesundheitswesen um die Gesundheit seiner Angestellten.

Die technologische Umwälzung wird aktuell aber von politischen und wirtschaftlichen Interessen in Verbindung mit der Coronavirus-Pandemie angetrieben, dadurch verändert sich auch grundlegend, wie bereits aus der Telemedizin bemerkbar, das Verhältnis zwischen behandelndem Arzt und dem Patienten.

Die Digitalisierung im Gesundheitswesen schafft auch neue Diagnostik- und Behandlungsmöglichkeiten wie die personalisierte Medizin, sie erleichtert die Kommunikation zwischen den Akteuren (Unternehmen, Politik, Bevölkerung) des Gesundheitswesens und ermöglicht es dem einzelnen Patienten, seine Gesundheit stärker zu beeinflussen, etwa durch Apps und dem Zugang zu den eigenen Informationen im Internet.

Zudem prognostiziert vor allem das Consultingunternehmen Roland Berger, dass Patienten bereits 2025 ihre persönlichen Daten auf Gesundheitsplattformen jederzeit abrufen können.

Diese Entwicklung hin zu Gesundheitsplattformen erleichtert Ärzten die Behandlung ihrer Patienten, gleichzeitig drängen sich die Interessen der Privatwirtschaft und der Pharmaindustrie für den Zugang der Daten auf.

Zukunft E-HEALTH

Für eine erfolgreiche Weiterentwicklung der nationalen Gesundheitsversorgung ist die Digitalisierung Dreh- und Angelpunkt. Für diesen Erfolg benötigt es aber einen Ausgleich der Interessen zwischen den Akteuren, bestehend aus Politik, Unternehmen und Patienten.

E-HEALTH ist das Thema der Zukunft, welches viele Möglichkeiten, aber vielleicht auch Gefahren in sich birgt. All das wurde mit führenden Experten aus Ungarn, Österreich und Deutschland erörtert.

So wertvoll wie Rohöl sind für Tech-Unternehmen die Daten ihrer Kunden. Denn diese Daten eignen sich wie von Dr. Leisch, dem Geschäftsführer von ELGA Österreich und von Dr. Neumann, Senior Adviser bei Roland Berger, vorgebracht, hervorragend zur weiteren Forschung und Monetarisierung in der Pharmaindustrie, in Versicherungsgesellschaften und bei den Gesundheitsdienstleistern. Doch an dieser Stelle muss man sich als staatlicher Akteur um jeden Preis um die Schaffung eines einheitlichen Datenschutzstandards kümmern und die Sicherheit der eigenen Daten garantieren, bevor es zu einem verfrühten „Öffnen der Tore“ für Gesundheitsdienstleister kommen sollte.

Neben der Einhaltung des Datenschutzes muss auch eine Mindestanforderung der technischen Anforderungen gegeben sein. Dieser zusätzliche, wenn auch notwendige Schritt, soll bei Cyberangriffen Krankenhäuser vor dem totalen Black-Out schützen und bei Operationen aller Art den Betrieb des Krankenhauses aufrechterhalten.

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